Hilfsprojekt in Südindien         Zufriedenheit 

 

 

In der Zeit vom 05.02.2006 bis 28.02. 2006 habe ich mich, mit einigen Kollegen, um die medizinische Versorgung von Exiltibetern in Südindien, Karnataka, gekümmert. Wir haben in einem buddhistischen Kloster in einer tibetischen Ansiedlung, mit umliegend 22 Dörfern, gewohnt und gearbeitet. Geleitet wird das Kloster, welches eines der 6 Mutterklöster der Nyingma Schule des tibetischen Buddhismus ist, von seiner Eminenz den 7. Dzogchen Rinpoche. Im Jahre 1980 begann der Vater seiner Eminenz, Tsewang Paljor, das Kloster, nach dessen Zerstörung in Tibet, im südindischen Exil originalgetreu zu konstruieren. Seine Eminenz Dzogchen Rinpoche beendete das Werk gegen Ende 1991, wo es dann durch seine Heiligkeit den Dalai Lama, Tenzin Gyatso, eingeweiht wurde. Im Kloster leben etwa 100 erwachsene Mönche, und seit jüngster Zeit auch 36 Kindermönche im Alter von 4 bis 16 Jahren. Sie kommen teilweise aus Tibet, Nepal und Bhutan. Ihr Studium umfasst neben Sutra und Tantra (tibetische Phylosophie), tibetische Grammatik, tibetische Dichtung, Logik, Deutung, Astrologie und Englisch. Die Grundversorgung im Kloster erfolgt nur durch Spendengelder. Die Mönche leben in einfachen Behausungen und erhalten 3 einfache Mahlzeiten am Tag. Sie tragen die traditionelle Mönchskleidung, in rot und gelb. Da der Buddhismus eher eine Lebensphilosophie, als eine festgefahrene Religion ist, sich dem Westen immer mehr öffnet und sich stetig weiterentwickelt, hat im Kloster auch schon die Technik Einzug gehalten, es gibt ein Internetcafe, wo die umliegende Bevölkerung, wie auch die Mönche Zugang haben (falls es denn Strom gibt und die Leitungen intakt sind). Um einen Ausgleich zum ständigen Studieren und Meditieren zu schaffen, wurde durch Spenden einer Londoner Basketballgesellschaft, ein Basketballfeld gebaut. Hier trainieren die jungen Mönche in den lauen Abendstunden. Es finden auch Turniere gegen Mannschaften der Dorfbewohner statt. Zurzeit gibt es im Kloster eine provisorische Gesundheitsstation, wo die Bedürftigsten der tibetischen und indischen Bevölkerung versorgt werden können. Allerdings gibt es kein medizinisch geschultes Personal, darum sind die Menschen auf fremde Hilfe angewiesen. Die Tibeter haben meist eine gefährliche Flucht hinter sich und ein Leben voller Entbehrungen fernab ihrer Heimat und getrennt von ihren Angehörigen vor sich. Sie sind trotz aller Demütigungen und Leiden voller Hoffnung und Dankbarkeit, es war eine Freude das ständig zu spüren und half mir auch lange nach eigentlichem Klinikschluss, energiegeladen und voller Aufmerksamkeit für meine letzten Patienten noch da zu sein. Durch die Möglichkeit der Behandlung, gegen geringe Spende von 10 Rupies (20ct), konnten wir den Patienten, zu mehr Lebensqualität verhelfen. Wir erzielten in der Tat große Behandlungserfolge, gerade auch bei Erkrankungen, die uns in unserem Praxisalltag hier gar nicht begegnen. Somit wurden wir durch Erfahrung reich beschenkt. Die Arbeit im Kloster war natürlich ehrenamtlich, die Reisekosten und den entstandenen Verdienstausfall tragen wir selbst. Dank größerer Sachspenden verschiedener Firmen für Akupunkturbedarf waren immer genug Nadeln zur Hand. Durch die zahlreichen Spenden von Freunden, Patienten und Kollegen konnten kleine notwendige Dinge, wie Tupfer und Desinfektionsmittel gekauft werden. Auch die Zieten-Apotheke gab uns eine größere Sachspende mit auf die Reise, mit deren Gelenk- und Muskelfluid wurde die Behandlung der häufigen Knie-Erkrankungen erfolgreich unterstützt. Hiermit sei allen Spendern unser großer Dank ausgesprochen.

 

 

Ihre Heilpraktikerin Sylvia Köhn-Pandey

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